Hildegard Märtins

logo_smaller[4].png

Urlaub ist nicht immer nur Vergnügen. Urlaub ist auch häufig Erkenntnisgewinn.
Nun ist es nicht so, daß man über die Greul des „Dritten Reiches“ nicht Bescheid wüßte. Aber wenn man plötzlich auf der Durchreise Richtung Meer in Berlin an historischer Stätte mit Tatsachen konfrontiert wird, die den eigenen Fachbereich betreffen, dann geht es einem doch noch einmal sehr nahe; mir jedenfalls schon.

Wir leben heute in einer Zeit, in der die Gesundheit der Kinder sehr großgeschrieben wird. Es gibt Vorsorgen, es gibt Impfungen, es gibt excellent ausgestattete Kinderkliniken und es gibt wirklich ausreichend sehr gut wirksame Medikamente, um fast alle Leiden zu heilen oder erträglich zu machen. Um jeden einzelnen Patienten wird sich gekümmert.

Die sechsjährige Hildegard

Die sechsjährige Hildegard

Für Epilepsie stehen heute eine ganze Reihe hervorragender Medikamente zur Verfügung. Die gab es in den 1930/40iger Jahren natürlich noch nicht. Aber auch heute gibt es Krankheiten, für die uns noch die entsprechenden Medikamente fehlen. Aber geben wir deshalb Kinder auf ?

Deshalb hat mich die Geschichte von der sechsjährigen Hildegard Märtins so berührt.

Ein sechsjähriges Mädchen wird 1939 wegen einer Epilepsie zu einer „Idiotin“ erklärt, den Eltern entzogen und offensichtlich getötet.

Grundlage dafür war ein Erlaß von Adolf Hitler, der Ärzten das Recht gab, unheilbar Kranken den Gnadentod zu „gewähren“.

Erlaß.jpg

Wir sollten uns immer wieder aufs Neue vor Augen halten, was für ein Privileg es ist, in einer Demokratie zu leben. Und was ein sogenannter „Starker Mann“ an der Spitze eines Landes alles anrichten kann.

Hildegard Märtins hat das bitter erfahren müssen.

 Selbstverständlich kann man alles besser machen, auch heute. Aber sollten wir alle nicht auch einmal inne halten und zur Kenntnis nehmen, wie gut es uns geht.

Seid nett zu einander und genießt das Leben. Macht anderen eine Freude und holt die “Ewigen Meckerer” auf den Boden der Tatsachen zurück.

Ist ein Urlaub nur dazu da, am Meer zu sitzen und an nichts zu denken? Ich glaube nicht. Gerade wenn man den Kopf frei hat, sollte man Augen und Ohren offen halten für Dinge, die einem im Alltag so nicht immer über den Weg laufen und wofür man auch nicht immer die Zeit hat. Solche Erfahrungen machen nachdenklich. Und das sollen sie auch. Aber sie schmälern dennoch nicht den Effekt eines Urlaubs. Sie erweitern den Horizont.

Ihr Doktor Berlin