Aus der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wird die HPV-Impfung

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In diesem Blog wird es etwas wissenschaftlich und relativ ernst. Wir sprechen über bösartige Erkrankungen, wir sprechen über die HPV-Impfung, die wir bisher Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs genannt haben. Und wir reden darüber, daß nun endlich auch die jungen Männer auf Kosten der Krankenkassen geimpft werden dürfen, weil auch Männer wegen dieses Virus bösartige Erkrankungen bekommen können. Um es vorweg zu nehmen, es ist der selbe Impfstoff. Es war schon immer und bleibt eine Impfung gegen HPV. Die bisherige Bezeichnung war leider nur auf die Frauen abgestimmt. HPV heißt das Virus gegen das wir impfen. Es geht um das Humane Papilloma Virus. Im Rahmen der Entwicklung des Impfstoffes gab es einen Medizinnobelpreis für einen Forscher aus Deutschland. Die Impfung ist ein Meilenstein in der Medizinischen Erforschung. Erstmals können bösartige Erkrankungen durch eine Impfung verhindert werden.

Keine Impfung ist umstrittener und um keine Impfung gab und gibt es mehr Diskussionen als um diese. Dabei unterscheidet sie sich in keinster Weise von anderen Impfungen. Es ist ein Impfstoff wie jeder andere, der gegen virale oder bakterielle Erkrankungen schützt. Gegen Tetanus lassen sich die Menschen ohne zu fragen jederzeit impfen. Tetanus ist ja schließlich gefährlich. Bei jeder banalen Schnittwunde wird sofort nach der Tetanusimpfung gerufen. Ich habe, solange ich Arzt bin, keinen tetanuskranken Menschen mehr gesehen. Und das ist gut so. Das ist ein Ergebnis der hohen Durchimpfungsrate und der hohen Akzeptanz der Impfung. Aber von Krebserkrankungen, die durch die Humane Papilloma Viren ausgelöst werden, höre ich jeden Tag. Regelmäßig sehe ich jungen Mütter, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind, oder an deren Vorstufen. Nicht zuletzt werden die Erkrankungen auch im Rahmen einer Schwangerschaft entdeckt. Aber über diese Impfung diskutieren wir kontrovers.

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Leider sind die meisten Abbildungen englisch kommentiert. Das liegt daran, dass sich im englischsprachigen Raum wissenschaftlich mehr damit beschäftigt wird. Aber wir jungen Leute von heute :) haben mit der englischen Sprache ja kein Problem. Tatsächlich erkranken Frauen häufiger an der Folgen einer HPV-Infektion. Die nebenstehende Abbildung zeigt aber welche Erkrankungen Männer treffen können und in welcher Häufigkeit.
Rot = HPV ist die Ursache.
Blau = andere Ursachen.
Cervical, Anal und Vaginal erklären sich von selbst.
Penile = Penis
Oripharyngeal = Mund und Kehlkopf.
Man sieht sehr gut, dass der Krebs des Gebärmutterhalses die häufigste Erkrankung ist und ausschließlich von HPV ausgelöst wird. Aber Tumore im Mund und Rachen sind nach diese Grafik auch nicht gerade selten. Im übrigen sind hier 5 mögliche Erkrankungsstellen aufgeführt von denen 4 sowohl Jungen und Mädchen betreffen.

Die nächsten beiden Grafiken zeigen Verläufe.
Links kann man an Hand der Gebärmutterhalserkrankung sehen, wann die VirusInfektionen erfolgen und wann dann erst die Erkrankungen um sich greifen.
Rechts ist dargestellt, wie stark die Erkrankungsrate seit Einführung der Impfung bereits zurück gegangen ist.

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Wenn man sich diese Dinge vor Augen führt, kann es eigentlich keinen Grund geben, die Jugendlichen nicht zu impfen. Und das gilt gleichermaßen für Mädchen und Jungen. Und wir können nur an die Männerwelt appellieren, es ab dem nächsten Jahr den Mädchen gleichzutun und es tatsächlich zu machen. Ein bisher nicht erwähnter Umstand kommt ja noch hinzu. Ein geimpfter junger Mann ist auch ein Schutz für die Frauen. Also Männer, nicht zögern, Flagge zeigen. Nicht wenige verhandeln schon mit ihren Krankenkassen und lassen sich jetzt schon impfen. Dringend dazu raten würde ich denjenigen, die jetzt bald 18 Jahre werden. Danach übernehmen die Krankenkassen die nicht unerheblichen Kosten nämlich sehr ungern.
Wer Fragen hat, kann sich natürlich gern an unsere Praxis wenden.

Ihr Doktor Berlin