Das große "WWW" world.wide.web

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Der berühmt berüchtigte „Doktor Google“ treibt permanent sein Unwesen und alle Ärzte sind genervt. Stimmt das so? Ist das Internet mehr Fluch oder mehr Segen? Welchen Einfluß hat es auf unser Leben und was macht es mit dem Arzt-Patienten-Verhältnis?

 Der Erfinder des Internets

Der Erfinder des Internets

Die Erfindung des Internets geht zurück auf das Jahr 1969. Damals hieß es „Arpanet“. Kapazitäten von Großrechnern waren damals rar.  Deshalb beschloß das amerikanische Verteidigungsministerium die Großrechner von Universitäten und Forschungseinrichtungen zu vernetzen, um die Ressourcen der Rechner besser nutzen zu können. Es kommunizierten im Arpanet nur die Rechner der Universitäten untereinander. Zunächst nur in den USA, später weltweit, also in der westlichen Welt. 1989 wurde das System öffentlich gemacht und kommerzialisiert, das Arpanet wurde zum Internet.

Heute können wir uns eine Welt ohne „Netz“ nicht mehr vorstellen. Jeder Rechner, jedes Tablet und jedes Smartphone sind online. Keiner kann die Zahl der Internetseiten, die es mittlerweile gibt, beziffern. Auch unsere Praxis käme ohne Internet überhaupt nicht mehr aus. Historisch gesehen kann man die Erfindung des Internets durchaus mit der Erfindung des Buchdrucks vergleichen.

Aber irgend etwas ist anders. Stand und steht in Büchern genauso viel Unwahres wie heute im Netz? Ich denke nicht. Ein Buch zu schreiben, für das Manuskript einen Verlag zu finden, es dann drucken zu lassen, das war eine umfängliche und nicht ganz billige Aufgabe. Heute eine Falschmeldung mal schnell ins Netz zu stellen, dazu braucht es wenige Minuten.

Was bedeutet das für die Medizin? Auch über medizinische Belange, über Krankheiten und deren Behandlungen und prophylaktische Maßnahmen steht ganz viel Falsches im Netz. Wenn ich an die unüberschaubare Menge medizinischer und pseudomedizinischerArtikel denke, wird mir schwindelig. Wissen Sie wie schnell man die Reihenfolge aufgelisteter Seiten in einer Suchmaschine beeinflussen kann und daß ganz häufig Werbung die Triebkraft von Artikeln im Internet ist? Glauben Sie bitte nicht alles, was Sie lesen. Ganz oft stecken knallharte Interessen desjenigen hinter dem Artikel, der ihn geschrieben hat. Was hilft es Ihnen, wenn Sie 10 Artikel zu einem Krankheitsbild gelesen haben und die Sache fünzig/fünzig ausgeht. Sie machen sich verrückt, können möglichweise nachts nicht schlafen und Ihr behandelnder Arzt versucht Sie dann wieder aufzurichten.

 Gründer von Wikipaedia

Gründer von Wikipaedia

Nach meiner persönlichen Ansicht gibt es nur wenige Plattformen, die ein objektives Bild eines Sachverhaltes darstellen. Eine davon ist sicher „wikipaedia“. Ich möchte hier keine Werbung für wikipaedia machen. Das kann ich auch gar nicht, weil diese Plattform kein Geld verdient. Der Gründer Jimmy Wales ist der Sohn eines Gemischtwarenhändlers, der als Kind schon gern in Lexika und Encyklopedien geblättert hat und das Lexikon Brockhaus liebte. Er wurde als Erwachsener vermögend und benutzte sein Geld für den Aufbau von wikipaedia, als ein riesengroßes werbefreies und gut geprüftes Lexikon für jedermann.

Meines Erachtens erhalten Sie dort ein relativ objektives Bild von dem, was sie suchen. Damit meine ich beispielsweise Erklärungen zu einem Krankheitsbild. Sie werden hier niemals subjektive Meinungen zu möglichen oder alternativen Therapieformen finden. Und das ist auch richtig so. Am wichtigsten ist doch am Anfang immer erst einmal zu wissen, womit man es zu tun hat. Alles Weitere ergibt sich dann meistens. Machen Sie doch mal den Versuch mit dem Suchwort „Hüftschnupfen“. Es ist erhellend und ein sehr schönes Beispiel dafür, was ich mit diesem Blog vermitteln möchte.

Selbstverständlich ist jedem selbst überlassen, wie er sich informiert. Aber es ist nicht unwichtig darüber nachzudenken, bei wem man sich informiert.

Wie immer, Ihr Doktor Berlin.