Abstrich, Stuhl und Co.

Wir wollen weitere Möglichkeiten beleuchten, wie und warum Körpermaterial im Labor untersucht werden kann. Nach der Blut- und Urinuntersuchung beschäftigen wir uns hier mit der Stuhlprobe und dem Abstrich. Diese beiden Untersuchungsvarianten scheinen oberflächlich betrachtet sehr unterschiedlich zu sein. Im Grunde sind es aber sehr verwandte Untersuchungsverfahren.

 

Zunächst der Abstrich. Bei dem sogenannten Abstrich wird mit Hilfe eines Wattebausches ähnlich wie einem Q-Tipp Material vom Körper entnommen. Das kann Speichel aus dem Rachen sein aber auch Eiter aus einem laufenden Ohr, einer eitrigen Nase oder einem Abszess. In den meisten Fällen wird nach Krankheitserregern gesucht. Man möchte wissen, welche Bakterien die jeweilige Entzündung verursacht haben, um gegebenenfalls die notwendige antibiotische Therapie danach auszurichten. Wird die Untersuchung direkt in der Praxis ausgeführt, ist nur ein Watteträger notwendig. Sie kennen das von dem berühmten Scharlachabstrich. Das Ergebnis liegt in wenigen Minuten vor. Anders bei Material, das in ein mikrobiologisches Labor gesandt werden muss. Hierzu muss der Abstrich, also der Watteträger in einer Nährlösung konserviert werden, um auf den Transport zu gehen. Diese Nährmedien liegen den Abstrichen direkt bei. So erklärt sich, dass wir manchmal den Watteträger direkt verarbeiten und ein anderes mal in diese Nährlösung tauchen.

 

Anders verhält es sich bei der Stuhlprobe. Im Stuhl können die Laboratorien mittlerweile eine Unmenge verschiedener Bakterien und Viren finden. Wer hat nicht schon einmal von Salmonellen, Rotaviren oder Noroviren gehört, um die Hauptvertreter einmal zu nennen. Einfach ist das nicht, denn im Stuhl tummeln sich Abermillionen „Gute“ Bakterien, die wir zur Verdauung benötigen. Es ist eine Kunst unter diesen vielen Keimen, die Krankheitserreger zu finden. Es können aber auch Entzündungswerte gemessen werde, Blut nachgewiesen werden und vieles andere mehr.

 

Stuhlproben benötigen keinen Nährboden. Stuhlproben können einfach in einem nicht sterilen sauberen Gefäß transportiert werden. Aber selbstverständlich gibt es auch dafür professionelle Transportgefäße, die unbedingt genutzt werden sollten. Denken sie bitte an das Praxispersonal, den Fahrer des Transportautos und nicht zuletzt an die Laborantinnen, die mit den Stuhlproben umgehen müssen. Es gehört sicher nicht zu den Highlights der jeweiligen Berufe, den Stuhl von Patienten transportieren und aufbereiten zu müssen.

 

Verwenden sie deshalb bitte die geruchsdichten und blickdichten Behältnisse. Und halten Sie sich bitte an die Aufforderung, die Röhrchen gut zu füllen, das heisst etwa halbvoll. Auch wenn Ihnen diese Prozedur schwerfällt. Im übrigen gibt es Hilfsmittel, um den Stuhl in den modernen Toiletten aufzufangen. Fragen Sie in Ihren Praxis nach. 

All diese Bemühungen dienen nur einem Ziel. Einer gute Diagnostik, das heißt die Kenntnis über die Krankheitserreger, um eine angemessene und gezielte Therapie einleiten zu können.

Ihr Doktor Berlin