Laboruntersuchungen in der Arztpraxis

„Ist das Blutbild in Ordnung Herr Doktor ?“
Alles, was Sie über Laboruntersuchungen in der Arztpraxis wissen sollten.
„Ist alles in Ordnung ?“  ist nach einer Laboruntersuchung die häufigste Frage der Patienten. Und die häufigste und nur in Teilen richtige Antwort ist dann leider auch: „Ja, es ist alles Ordnung.“

Richtig muss es heißen: „Das, was wir untersucht haben, ist in Ordnung.“ Aber beginnen wir von vorn. Was für Laboruntersuchungen gibt es, welche sind sinnvoll und wie stehen sie im Zusammenhang mit der Erkrankung ihres Kindes. Man kann das Blut untersuchen, den Urin, den Stuhlgang, Abstriche von Schleimhäuten meist im Mund oder Rachen machen, Abstriche von entzündeten Wunden, Abstriche von eitrigem Nasensekret oder von Eiter, der aus dem Ohr läuft, bis hin zum Gewebsproben.

Allen Untersuchungen ist eines gemeinsam. Man muß den Mitarbeitern im Labor immer dazu sagen, was untersucht werden soll. Man kann nie und nimmer „ALLES“ untersuchen. Man kann sich also nicht Blut abnehmen lassen und dann darauf hoffen, daß „ALLES“ untersucht wurde und man zu 100% gesund ist. Natürlich kann man eine Routineuntersuchung bzw. einen Checkup anordnen. Man würde dann das Blutbild analysieren, Leberwerte, Blutzucker, Nierenwerte etc. vom Labor untersuchen lassen, um einen groben Überblick über den Gesundheitszustand des Patienten zu bekommen. Aber wurde die Schilddrüse auch untersucht oder die Funktion der Blutgerinnung ? Laboruntersuchungen sind also immer ein Frage-Antwort-Spiel. Was soll das Labor untersuchen; wie ist das konkrete Ergebnis zu bewerten.

Dabei hat jeder Arzt und jedes Krankenhaus seine eigenen Vorstellungen darüber, was eine Routineuntersuchung bzw. ein Checkup ist. Es lohnt sich also immer danach zu fragen, was überhaupt untersucht wurde. Selbstverständlich gibt es einige Regeln, nach denen sich viele richten. Aber einen festgeschriebenen Standard gibt es nicht. Ob man vor einem harmlosen kleineren operativen Eingriff überhaupt eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Gerinnungsfunktion benötigt, ist oft strittig. HNO-Ärzte ordnen eine solche Untersuchung regelmäßig an, Zahnärzte meistens nicht, ein Anästhesist, der beim Zahnarzt den Patienten narkotisiert, besteht dann in der Regel darauf.

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Bei der Urinuntersuchung ist es noch auffälliger. Wegen Schmerzen beim Wasserlassen wird beim Arzt Urin abgegeben. Hier kann man zunächst nach Zeichen einer Entzündung wie weiße oder rote Blutkörperchen schauen, die normalerweise nicht im Urin zu finden sind und ein Zeichen für einen Harnwegsinfektion sind. Die Therapie wird umgehend eingeleitet. Zu diesem Zeitpunkt weiß man aber noch nicht, welches Bakterium diese Harnwegsinfektion ausgelöst hat. Der Urin muß noch in ein Mikrobiologisches Labor geschickt werden. Erst Tage später erfährt man das Ergebnis und freut sich, daß man das richtige Präparat genommen hat oder muß jetzt gezielt korrigieren. Verzichtet man auf die mikrobiologische Untersuchung und stellt fest, das Medikament hilft nicht, muß man erneut einen Versuch auf „gut glück“ machen, weil man das entsprechende Bakterium immer noch nicht kennt. 

Nachfragen lohnt sich bei Laboruntersuchungen also immer. Was wurde untersucht, wann kann ich mit dem Ergebnis rechnen, informieren sie mich n jedem Fall, falls ein Befund krankhaft ist ? 

In den nächsten blogs werden wir die einzelnen Untersuchungsverfahren genauer beleuchten und Einzelheiten der jeweiligen Analysen erörtern.

Bis dahin,
Ihr Doktor Berlin.