Die Untersuchung ...

Die Untersuchung eines Kindes

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Wir wollen in mehreren Artikeln die Untersuchung von Kindern und Jugendlichen darstellen. Es soll darum gehen, wie man ein Kind schonend aber dennoch optimal untersucht, wie Sie es gut auf die Untersuchung vorbereiten und ihm die Angst vor dem Arztbesuch nehmen können.

Wenn Sie Vertrauen zu uns haben, dann vertraut uns auch das Kind. Wenn Sie keine Angst zeigen, wird auch das Kind nicht ängstlich sein. Vermitteln Sie Ihrem Kind die Notwenigkeit und die Normalität eines Arztbesuches. Machen Sie bitte keine falschen Versprechung. Kinder müssen lernen, daß es Dinge gibt, die zum Leben einfach dazu gehören. Natürlich kann man einem Kind für den überstandenen Arztbesuch eine Kleinigkeit versprechen. Aber Ankündigungen großer Geschenke für einmal "Mundaufmachen" sind nicht angemessen schon gar nicht, wenn Sie es nicht einhalten können.

Wie kann man ein Kind auf einen Arztbesuch vorbereiten?
Sagen Sie bitte nie, "der Doktor tut nichts" oder "das macht nicht weh". Verziehen Sie bitte auch nicht angstverzerrt das Gesicht, wenn das Kind eine Impfung bekommt. Das Kind sieht das. Oder sagen auch nie vor dem Kind, daß Sie selbst Angst vor Spritzen haben oder Sie diesen und jenen Saft probiert hätten und er ihrer Meinung nach widerlich schmeckt. Ihr Kind registriert das alles.

Wie sollten Sie also vorgehen:
Kinder haben andere Zeitvorstellungen als wir. Wochen sind für Kinder Unendlichkeiten. Besprechen Sie mit Ihrem Kind den Arzttermin nicht 3 Wochen im voraus. Schon gar nicht, wenn es beispielweise um Impfungen geht, vor denen das Kind sich besonders ängstigt. Angemessen ist der Morgen des Tages, an dem es losgehen soll. Jedoch sollten Sie auch auch keine anstehenden Untersuchungen, Blutentnahmen oder Spritzen verheimlichen. Es geht in der Regel nicht gut aus, wenn das Kind erst im Behandlungszimmer erfährt, dass es eine Injektion bekommen soll. Besprechen sie alles mit dem Kind. Dramatisieren Sie die Dinge nicht, aber verniedlichen Sie auch nichts. Manches muß eben sein. Strahlen Sie Vertrauen und Autorität aus.

Und bitte noch etwas ganz wichtiges:
Loben Sie Ihr Kind nicht in der falschen Situation und lachen Sie nicht über Ihr Kind. Man lacht gemeinsam. Man lacht auch einmal gemeinsam über ein Mißgeschickt, wenn es lustig endet. Aber man lacht ein Kind niemals aus. Loben Sie das Kind wenn es tapfer war, wenn es still gehalten hat, auch wenn ein paar Tränen dabei geflossen sind. Loben sie Ihr Kind, wenn es etwas gut gemacht hat. Aber "Gut" muß auch gut gewesen sein. Man lobt ein Kind nicht über die Maßen, wenn es sich bei einer Untersuchung oder ärztlichen Handlung nicht altersgerecht benimmt. Wie soll ein Sechsjähriger die Dinge richtig einordnen und etwas für sein Leben lernen, wenn Sie ihn wegen besonderer Tapferkeit loben, obwohl er sich bei der zur Einschulung notwendigen Impfung nicht wie ein Sechsjähriger benommen hat.

In den nächsten Mitteilungen soll es also darum gehen, wie wir alle, Sie als Eltern, der Arzt, die Arzthelferinnen und ab einem bestimmt Alter das Kind selbst, mithelfen können, um ein optimales Untersuchungsergebnis zu erzielen. 

Denn nur so können wir helfen, zu heilen, Schlimmeres verhindern und im optimalen Fall die Gesundheit Ihres Kindes erhalten. Wir wollen Ihnen erläutern, warum wir bestimmte Dinge, die Sie schon viele Male bei uns gesehen haben, genauso machen und nicht anders. Wir wollen Ihnen erklären, was wir da eigentlich sehen, hören oder erklopfen. Und wir wollen Ihnen natürlich auch klar machen, was Sie von einer Untersuchung nicht erwarten können und wo Ihnen möglichweise an anderer Stelle etwas vorgemacht wird. Im nächsten Beitrag soll es also beispielsweise darum gehen, wie Sie Ihr Kind optimal bei der Untersuchung halten und was Sie Ihrem Kind vor der Untersuchung sagen können, damit es zu keinen Mißverständnissen kommt. Wir freuen uns auf den nächsten Blog.

Ihr Doktor Berlin